
Samstag stand (Überraschung!) mal wieder vollkommen im Zeichen der Völlerei. Als Vorwand trafen wir uns mit Jin-As Mutter, Tante und Cousin, um Licht ins Dunkel um den koreanischen Mobilfunkmarkt zu bringen. Ausländer haben es hier nicht sehr leicht, ein Vertragshandy zu bekommen, Prepaid-Verträge sind nicht jedermann bekannt. Letzteren wollen wir allerdings nicht, da wenn man mehr als zwei Minuten pro Tag telefoniert, die Prepaid-Lösung sehr teuer wird. Nach drei Stunden intensiven Internet-Surfens mit Ho-Yoon sind wir jetzt jedoch etwas schlauer und werden in den nächsten Tagen versuchen, jemanden zu finden, der weiß, dass man auch Ausländern einen Mobilfunkvertrag geben kann.
Mittags gingen wir in ein sogenanntes Gesundheitssuppenhaus. In einem solchen kann man dass essen, was Koreanern die Kräfte zurückgibt, die hier insbesondere an heißen Sommertagen schwinden. Nämlich Hund. Zwei Gerichte stehen auf der Speisekarte: Hundesuppe (보신탕, boshintang = Gesundheitssuppe) und gedämpfter Hund. Unsere Wahl fiel auf zweiteres Gericht, da man mit diesem die Suppe gleich mit serviert bekommt. Das wichtigste vorweg: Hund schmeckt und zwar gar nicht schlecht. Ein bisschen wie Schweinefleisch, obgleich dunkler in der Farbe und mit festerem Fettrand versehen. Das Tier wird geschmort und teilweise zerlegt an den Tisch gebracht, dann mund- und stäbchengerecht aufgeschnitten und in einen Topf mit Fonds und Gemüse gelegt. Man nimmt sich ein Stück, legt etwas gedünsteten Schnittlauch darauf und versieht das Ganze mit etwas scharfer Chilipaste. Wer mag, kann noch frischen Knoblauch mit in den Mund stecken.
Was den ethischen Aspekt dieses Essens betrifft, so bin ich (zugegebenermaßen nach anfänglichem Zögern) der Meinung, das es vollkommen in Ordnung ist, diese extra für diesen Zweck gezüchteten Tiere zu essen. Ansonsten müßte ich ja auch auf jede andere Art von Fleisch verzichten. Es ist halt ungewohnt für uns, Hunde als Nutztiere zu sehen. Vor einigen Jahren wäre in Deutschland auch noch niemand auf die Idee gekommen, sich einen putzig aussehenden Vogel Strauß einzuverleiben. Heute scheint das ganz normal. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. In Korea mag auch nicht jeder Hundefleisch essen, jüngere Leute zwischen 20 und 30 essen dieses Gericht nicht so häufig. Ein Drittel aller Hundebesitzer hier jedoch hat Hund nicht nur auf dem Schoß gern.
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