6. Oktober 2010

(Noch un-)Passend zur Jahreszeit: Winterplay

Beim Zappen durch die Kanäle bin ich neulich auf dieses Video gestoßen und wegen der Musik und Bilder hängengeblieben. Schwingt angenehm im Ohr und amüsiert das Auge: Touché Mon Amour (투셰모나모) von Winterplay, einer koreanischen Jazz-Gruppe.



Mehr über Winterplay erfährt man wohl am besten aus erster Hand auf ihrer Homepage oder der Facebook-Seite. Freundinnen des koreanischen Fernseh-Dramas wird vielleicht noch interessieren, dass sie auch einen Titel zum Soundtrack der Serie 누구세요 (Wer sind Sie?) geliefert haben.

5. Oktober 2010

52 leckere Seiten Hansik (한식)

Die koreanische Tourismuszentrale hat der Menschheit wieder mal einen großen Gefallen getan und ein E-Book über Hansik, also das Essen im Land der Morgenstille, veröffentlicht. Das dieses Leib und Seele zusammenhält, sagt der Volksmund ja auch bei uns zu Hause, hier allerdings geht man noch viele Schritte weiter und glaubt, dass auf Grundlage von Yin und Yang und der Lehre von den Fünf Elementen alles Wachstum und damit auch die Gesundheit beeinflusst werden kann. Resultat ist, dass Hansik in Geschmack, Farbe, Darreichungsform und Vielfalt immer ausgewogen und (zumindest mal für alle Koreaner und mich) unglaublich lecker ist. Sich davon überzeugen und viel über Tischsitten und Regionalküchen lernen kann man durch Klick auf das Bild unten.



Danke, KTO!

3. Oktober 2010

Kimchi-Krise in Korea

Der kleine Bursche hier links sieht nett aus, ist er aber nicht. Denn er steht für Chinakohl, die Hauptzutat im wichtigsten Nahrungsmittel Koreas überhaupt: Kimchi. Kein ordentlich gedeckter Tisch kommt hierzulande ohne Kimchi aus. Kam, denn der kleine Bursche hat sich rar gemacht.

Schlechtes Wetter am Ende des Septembers hat die hiesige Gemüseernte verdorben. So ist Chinakohl extrem teuer geworden. Die Preise sind um das Fünffache von 2.700 KRW (derzeit etwa 1,80 EUR) für einen Kohl auf bis zu 13.800 KRW (~ 9 EUR) gestiegen. Und das gerade zu der Zeit, wenn in Korea Kohl in großen Mengen eingekauft werden muss, um ihn rechtzeitig vor dem Winter als Kimchi zuzubereiten. Der Run auf fertig zubereiteten Kimchi in den Supermärkten war groß und so auch dort der Vorrat schnell verkauft. Eine Katastrophe!

Als Notmaßnahme hat die koreanische Regierung Importzölle auf Chinakohl bis zum Jahresende fallen gelassen und 100 Tonnen des grünen Grundnahrungsmittels in China geordert. Gleiches gilt für Rettich, der ebenfalls zu Kimchi verarbeitet wird und von dem 50 Tonnen beim großen Nachbarn bestellt wurden. Konsequenz ist, dass sich die Lage entspannt hat. Zwar wird momentan in Restaurants noch weniger Kimchi als früher serviert, aber zumindest drängen sich die Hausfrauen nicht mehr in langen Schlangen morgens vor Öffnung der Supermärkte.

Hier auch ein Video von CNTV dazu.

27. September 2010

Morgens halb zwei in Seoul...



Morgens um halb zwei in Seoul. Kein Frühstückchen, sondern harte Arbeit. Noch Fragen, warum das Bruttosozialprodukt hier so stark gewachsen ist?


Quelle: Wikipedia

23. September 2010

15. September 2010

Nachts im Taxi durch Seoul


Wenn man nachts im Taxi durch Seoul fährt, kann es passieren, dass man sich vor lauter Technik wie in einem Flugzeugcockpit vorkommt. Ein bis zwei Navigationsgeräte, Taxameter, Kreditkarten- und T-Money-Lesegerät sowie Unterhaltungselektronik sind hier mit an Bord. Zum Glück hat der Fahrer auch gerne mal einen Fernseher im Auto (hier links im Bild), so dass er weniger Gefahr läuft einzuschlafen.

Hilfe für Touristen in Seoul

Wir hatten neulich Schwierigkeiten mit der Buchung eines Hotels. Es war zum Verzweifeln: Trotz englischsprachigem Personal und mehrerer Anrufe (auf Englisch und Koreanisch) war es nicht möglich, herauszufinden, ob wir ein Zimmer für einen bestimmten Zeitraum buchen konnten. Und das lag nicht etwa daran, dass das Hotel ausgebucht gewesen wäre, das konnten wir anhand der Webseite www.innostel.com herausfinden, über die man günstige Hotels in Korea buchen kann. Dem abends anwesenden Personal war wohl nicht klar, das Reservierungen überhaupt möglich wären. Da es an Chusok unglaublich schwierig war ein Hotel zu finden, wollten wir nicht einfach aufgeben, sondern haben nach anderen Wegen gesucht, um Klarheit zu bekommen.

Zum Glück stiessen wir auf den Telefonservice der koreanischen Tourismusorganisation KTO, die unter der Nummer 1330 (02-1330 vom Handy aus) einen 24-Stunden-Service in englischer Sprache betreibt. Nach einem Anruf dort setzten die sich mit dem Hotel in Verbindung, klärten unser Anliegen und so konnten wir endlich buchen. Wahnsinnig hilfreich!

14. September 2010

Umlaute ohne deutsche Tastatur: äöüÄÖÜ߀

Auf koreanischen Tastaturen gibt es natürlich keine deutschen Umlaute. Wie häufig man diese braucht, merkt man aber erst, wenn man jeden einzelnen davon mühevoll aus anderen Seiten kopieren muss. Alternativ kann man natürlich ö durch "oe" ersetzen, aber das sieht irgendwie nicht schoen aus. Schließlich ist so ein Blog ja kein Kreuzworträtsel.

Wo ein Problem ist, gibt es ja eigentlich auch immer eine Lösung und so habe ich mir in die Vorlage für die Blogeinträge eine kurze Tabelle eingestellt, die mich daran erinnert, dass man auf Windows-Rechnern die Umlaute durch das Drücken der Alt-Taste und eines vierstelligen Codes auf dem Ziffernblock erzeugen kann:
ä Alt+0228     Ä Alt+0196
ö Alt+0246     Ö Alt+0214
ü Alt+0252     Ü Alt+0220
ß Alt+0223     € Alt+0128
¿ Alt+0191     ¡ Alt+0161

Vieleicht ja auch für den einen oder andern anderen hilfreich...

11. September 2010

Was wir hier (ein wenig) vermissen: Weinkultur

Es gehört zu den Gemeinplätzen, dass man erst dann etwas zu schätzen weiß, wenn man es nicht mehr hat. Und wie so oft, enthält auch dies Aussage wohl ein Körnchen Weissheit. Jedenfalls ist es hier nicht so einfach, ordentlichen Wein zu einem verschmerzbaren Preis zu bekommen. Kaufhäuser wie Hyundai Department Store, Lotte oder Home Plus verkaufen in der Lebensmittelabteilung zumindest einfache Qualitäten italienischer oder spanischer Rotweine (welche hier beliebter sind als Weißweine) ab 10.000 ₩, beim derzeit günstigen Won also etwa 7 EUR. Das ist schätzungsweise doppelt so teuer wie in Deutschland. Eine Flasche Champagner (aus gegebenem Anlass) in der Weinbar im 63 Building (mit zugegebenermaßen wunderbarem Blick über Seoul) fängt bei 140.000 ₩ (~ 95 EUR) an, wobei dort seit neuestem noch 10% Trinkgeld und 12% Steuern dazukommen.

So ist es doch schön, auf das Angebot der ARD zurückgreifen zu können und sich zumindest theoretisch mit dem Thema Wein zu beschäftigen. Ein Klick auf das Bild oben bringt Dich zur Seite des SWR mit vielen leckeren Filmchen. Prost!

9. September 2010

Herzlichen Glückwunsch, Marcus!


Da wir heute nicht mit Dir anstoßen können, senden wir eben unsere Allerherzlichsten auf diesem Weg. Feier' schön, wir freuen uns auf's Wiedersehen! :-)

16. Juni 2010

Koreanisch Essen in Saarbrücken

Kimbab am KörperNachdem das Restaurant Seoul in Saarbrücken und das Ga Ya in St. Ingbert schon vor Jahren ihre Türen geschlossen haben, gab es im Saarland lange keine Möglichkeit, koreanisch zu essen. Das hat sich zwischenzeitlich nicht wirklich geändert, aber es gibt Anlass zur Hoffnung:

  • KIMDO. Mainzer Str. 61, 66111 Saarbrücken. Tel. +49 681 9685343, www.kimdo-restaurant.de. 11:30 - 14:30, 18:30 - 22 Uhr. Sonntags Ruhetag. Alles zum Mitnehmen. Seit April 2010 geöffnet, gleicht das Kimdo von außen auch im Fussball-Juni noch einer Baustelle. Davon sollte man sich aber nicht abhalten lassen, denn im Inneren eröffnet sich fast eine kleine Zen-Oase. Im Stil einer Sushi-Bar gehalten, kann sich der Gast entweder an einem von zwei kleinen Tischen oder der L-förmigen Bar niederlassen und aus der übersichtlichen Speisekarte auswählen. Rollen, bei denen eine Füllung aus Fisch, Gemüse oder Tofu zunächst von Reis und dann außen mit Algen umhüllt sind, stehen neben Miso-Suppe und frittierten Garnelen zur Auswahl. Das hört sich japanisch an und schmeckt auch so. Wären da nicht der Bulgogi-Salat und das Bulgogi-Kimbab auf der Karte, die den koreanischen Ursprung der Betreiber verraten würden. Da alles frisch zubereitet, hübsch serviert und preiswert angeboten wird, würde man gerne häufiger hier essen, wenn denn das Menü etwas abwechslungsreicher wäre. Ist es aber nicht und daher hoffe ich auf die Zukunft und den Ausbau der koreanischen Gerichte.

11. März 2010

iWurstPhone

Dieser Tage ist es in Korea ganz schön kalt. Und da der iPhone-Hype mittlerweile ja auch in Korea angekommen ist, stellt sich für den behandschuhten Telephon-Junkie das Problem, wie er mal schnell eben touchen soll, ohne dafür den Handschuh ausziehen zu müssen.

Die Lösung ist ebenso genial wie einfach und steigert nebenbei noch den Absatz von CJ, des Herstellers von Max Rod, dem tiefgefrorenen Würstchen, um 40%. Und da die Würstchen hygienisch einzeln verpackt sind, bleiben keine Fettflecken auf dem Display zurück. Eine neue Vermarktungschance für die deutsche Knackwurst?

Übersetzung des koreanischen Artikels hier.

1. Oktober 2009

Koreanisch Essen in Köln


Auch in Köln kann man koreanisch essen. Leider ist die Auswahl nicht sehr groß (und dem Shilla werden nicht viele wirklich hinterhertrauern), aber es gibt doch glücklicherweise ein Restaurant, welches wirklich hervorragend ist:

  • Bulgogi-Haus. Neusser Straße 654, 50737 Köln-Weidenpesch. Tel. +49 221 25899840. www.bulgogi-haus.de Das (bis Ende 2009) einzige koreanische Restaurant in Köln, welches den Namen verdient. Ausgesprochen gute Fleischqualität, exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Echtes Tischgrillen mit Holzkohle, festes Menü für 16,80 EUR/Person (Kinder 9,90 EUR): Mandus, Samgyeopsal, Rosgui, Bulgogi, Lamm, Pute, Tintenfisch, Garnelen, Obst. Meist sind wir schon nach den ersten drei Gängen satt und bitten um Gnade. Viele selbstgemachte Banchan, Reis und Beilagen, so viel man will. Immer wieder gerne!

  • namdaemun. Bonner Str. 73-75, 50677 Köln. Tel. +49 221 99200051. www.namdaemun.de Das zweite koreanische Restaurant mit Tischgrill in Köln. Leider eine schlechte Kopie des Bulgogi-Haus mit zumindest zentralerer Lage. Preise vergleichbar, ebenfalls Beilagenbuffet, weniger Grillfleisch, dafür aber eine Suppe als Vorspeise. Nicht so authentisch, da z. B. Salat mit 1000-Island-Dressing angeboten wird.

24. September 2009

Koreanischer Protektionismus

Unter der Überschrift iPhone darf künftig auch in Südkorea verkauft werden meldet Cortal Consors am 23.09:
Südkorea hat den Verkauf des iPhone von Apple nun doch zugelassen. Dies war bislang nicht möglich, weil nach geltendem Recht in dem asiatischen Land nur Mobiltelefone vertrieben werden dürfen, die heimische Techniken für standortbezogene Dienste verwenden. Für das iPhone wurde auf Druck der Konsumenten nun eine Ausnahme gemacht. Mit dem Markteintritt des prestigeträchtigen Handys werden die Karten im Preiswettbewerb für Mobiltelefone in Südkorea neu gemischt. Derzeit dominieren die heimischen Hersteller Samsung Electronics Co und LG Electronics Co den Markt. Beide Konzerne verkaufen ihre Telefone nach eigenen Angaben im Heimatmarkt durchschnittlich doppelt so teuer wie im Ausland.


Ein Fall wie aus dem Volkswirtschafts-Lehrbuch. Für koreanische Konsumenten ist diese Form der "Marktregulierung" in jeder Hinsicht von Nachteil. Zum Glück können die koreanischen Hersteller aber die Handies im Ausland kaufen, um sie zu kopieren.

18. November 2008

Koreanisch Essen in Frankfurt

Gelegentlich hat man ja Appetit auf etwas koreanisches, aber grade keine Frau wie die meine zur Hand, die lecker kochen kann. Oder ist fern des heimischen Herdes in der Fremde und weiß nicht, wohin mit seinem Appetit. Oder hat Lust auf etwas Neues. Gründe also gibt es genug, eine Liste von koreanischen Restaurants am gleichen oder anderen Ort wie man selbst zu suchen. Tue ich auch und zwar derzeit aus erfindlichen Gründen vor allem in Frankfurt (ja, am Main). Frustrierenderweise finde ich dann keine aussagekräftigen Beschreibungen und vertrauenswürdige Empfehlungen im Netz, sondern meist nur die Adresse des ortsbekannten Touri-Neppers. Das muss und soll anders werden und daher lege ich jetzt einfach mal für jede Stadt, in der ich koreanisch essen war, meine eigene Liste von koreanischen Restaurants an. Getestete und ungetestete. Hinweise auf nennenswerte Alternativen nehme ich gerne auf. Also:

  • Mr Lee. Gutleutstr. 153, 60329 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-251198. Bisher mein Lieblingsrestaurant hier. Lecker, authentisch, freundlich.
  • Kontiki. Frankfurter Landstrasse 6, 61440 Oberursel, Tel. +49-6171-56051. Jin-As Favorit in der Region. Wird generell sehr gelobt.
  • Go-Gung. Hauptstr. 28, 66750 Eschborn, Tel. +49-61 96-77 51 00. Landestypisch mit der Möglichkeit, auf dem Boden zu sitzen. Ordentliche banchan, faire Preise. Leckeres Bulgogi.
  • Shizuku. Hauptstr. 82, 65760 Eschborn, Tel. +49-6196-99 89 925, Fax -926, Mobil +49-172-6156148. www.shizuku.de Koreanische und japanische Küche. Mittagsmenü zu 8 und täglich wechselnd 10 EUR.
  • J's Kitchen. Lauenburger Str. 1 (Ober der Roeth 2), 65824 Schwalbach/Ts., Tel. +49-6196-950-2425, Fax -2426, Mobil +49-160-780 2652. Mo - Sa 12:00 - 14:30 & 18:00 - 02:00. So geschlossen. www.jskitchen.de (17.11.08: funktioniert nicht).
  • Bul-go-gi. Dreikönigstr. 2-4, Frankfurt am Main, Tel. +49-69-6612 6678. Authentisch mit Tischgrill und sehr freundlicher Bedienung. Nicht das beste Essen in FFM, aber auch nicht das schlechteste. Preise fair.
  • Shilla. Kennedyallee 61, 60596 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-636520. Nicht so gut, dafür auch etwas teurer. Wenig banchan.
  • Seoul. Unterortstr. 27-29, 65760 Eschborn, Tel. +49-6196-41450.
  • Korea Haus. Am Hauptbahnhof 16, 60329 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-236964. Das hat so gar keinen guten Ruf. Bin ich also auch noch nicht hin.
  • Family Restaurant. Alt-Sossenheim 5, 65936 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-30088971. Der beste Koreaner in Sossenheim. Der einzige Koreaner in Sossenheim.
  • BeSeTo Asia Bar. Taubenstr. 17, 60313 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-21 999 229, Fax +49-69-21 999 456, Mobil +49-178-818 5858. Angeblich nur für (ich zitiere) Schlitzaugen. Eng und teuer - wäre dann ja wie in Asien.
Und wer nicht essen will, sondern lesen, kann sich ja diesen Artikel des hr über das koreanische Restaurant Shilla in Frankfurt durchlesen.

28. Oktober 2008

Der Beginn von etwas Neuem

Derzeit lese ich diese Seite mit Interesse. Irgendwann ist mein Projekt hier in Frankfurt ja auch mal zu Ende, so dass wir ja schon mal so langsam mit Planungen für die Zeit danach anfangen können...

Und einen herzlichen Gruß an alle, die diesen Eintrag lesen! Wahrscheinlich hast Du den RSS-Feed abonniert. Wer weiß, vielleicht ist das ja der Anfang von einer neuen Runde Blog-Einträge...

9. Dezember 2007

Abschied aus Seoul

Jetzt ist es auch an uns, das Land zu verlassen. Wir packen gerade die letzten Siebensachen in unsere Koffer und werden in einer Stunde das Hotel verlassen, um mittags unseren Flieger in die Heimat zu nehmen. Weitere 250 kg Gepäck sind auf 15 Kisten verteilt schon auf dem Wasserweg unterwegs. Es ist doch einiges zusammengekommen, was wir in Deutschland nicht missen wollen. Andenken natürlich, aber auch Dinge, die uns täglich an Korea erinnern sollen wie Geschirr und Kochutensilien.

Die hinter uns liegende Zeit war sehr erlebnisreich und intensiv, so dass es nicht leicht fällt, zu gehen. Auch haben wir viele nette Menschen kennen gelernt, die wir vermissen werden. Aber es gibt auch viele Dinge und insbesondere Menschen, auf die ich mich sehr freue. Und es gibt gute Gründe, wieder her zu kommen. Und das könnte möglicherweise schon recht bald sein, zumindest arbeite ich mal darauf hin. Also sehe ich das mal nicht in erster Linie als Abschied, sondern eher als den Beginn von etwas Neuem.

29. November 2007

Im Osten was Neues


Wir sind seit drei Wochen in China. Da wir von hier aus so gut wie nie Internetzugang hatten, gab's auch keine Neuigkeiten im Blog. Aber jetzt. Mehr Bilder gibt es hier bei Picasa.

Wir haben uns von Beijing (und zu Besuch bei Dirk) aus nach Xian (zu den Terracotta-Kriegern), Hangzhou (zu Natalie und Bernd) und Shanghai bis nach Guangzhou vorgearbeitet. Im Vergleich zu Korea ist das Land natuerlich riesig und bietet entsprechend auch viel mehr Abwechslung. Auch kulinarisch, was unsereins ja ganz besonders freut. Photos von Schlangenschnaps, Schild- und sonstigen Kroeten zum Verzehr folgen also in Baelde. (Keine Sorge, auch wir haben Schmerzgrenzen.)

Bald geht's zurueck nach Deutschland und auch das hat einiges fuer sich. Weihnachten ohne Gluehwein waere einfach nicht das gleiche...

22. Oktober 2007

Perspektiven

Heute kommt der letzte offizielle Punkt des Programms: die Graduierungszeremonie. Endlich - die letzten Wochen waren noch mal eine Quälerei. Jetzt aber ist alles gut und ich habe die Ehre, im Namen der Teilnehmer ein paar Worte zum Abschied sagen zu dürfen. Wer an der Teilnahme verhindert ist oder einfach nicht fünf Stunden warten kann, dem sei vorab verraten, dass dem Anlass angemessen der Tenor ein positiver sein wird. Vornehmlich, aber nicht nur. Denn weite Teile des Programms waren rückblickend schlecht geplant, schlecht organisiert, schlecht gemacht. Und das betrifft alle beteiligten Institutionen von der Kommission, den Koordinatoren in Paris und Seoul bis hin zur Sprachschule hier. Aber Spaß gemacht hat es auch und war eine sehr interessante Erfahrung. Und manche der Fremden, die ich hier kennengelernt habe, sind Freunde geworden und werden es auch bleiben. Sehr bereichernd.

Nach vorne schauend und die nähere Zukunft bis zu unserer Abreise Anfang Dezember planend, lese ich dieses Blog. Und freue mich auf noch mal ganz andere Erfahrungen!

6. Oktober 2007

Gedämpftes Huhn in Sinchon


Heute gab es nach der Sprachschule ein leckeres gedämpftes Hühnchen (Jjimdalg oder 찜닭) mit Jin-A und meiner Lehrerin vom KLI. Nur ein paar Schritte unterhalb vom Bahnhof in Shinchon ist ein Restaurant, wo abends Studenten Schlange stehen, um einen dieser Teller zu verspeisen. 7.000 ₩ pro Person (also etwa 6 €) ist wirklich nicht viel und wir haben nicht mal alles aufessen können.

23. September 2007

4. September 2007

Das unorganisierte Verbrechen oder: MÜENCHEN

Von der Fremdsprache geht eine Faszination aus. Da es wichtig erscheint, bemüht sich hier jeder, Englisch zu lernen. Das tut zwar weh und klappt auch nicht immer, dennoch ist der Enthusiasmus ungebremst. T-Shirts legen davon beredtes Zeugnis ab. Und irgendwie ist der unbefangene Umgang mit fremder Rechtschreibung und Grammatik auch ganz sympathisch.

Wenn mir jemand erklären könnte, ob es dabei um Gefängnisse oder Alkohol geht, wäre ich dankbar.

Whatever. Auf jeden Fall hoffe ich SO SEHR, dass der iconic WALL POINT auch mal meine Phantasie trifft!

30. August 2007

Subprime loans


Dieses Bild bringt sehr schön den Hintergrund der Immobilienkreditkrise in den USA auf den Punkt. Ohne die Bonität der Kreditnehmer ausreichend zu prüfen, wurden viele Kredite im Vertrauen auf immer weiter steigende Immobilienpreise vergeben. Das Ende des Booms brachte das System "kaufe Haus, dass ich mir zwar momentan nicht leisten kann, aber dessen Wertsteigerung den Kredit schon tilgen wird" zum abrupten Ende. Wer cleverer Bankier war, verkaufte die riskanten Forderungen rechtzeitig weiter und hat jetzt nicht unter den Zahlungsausfällen zu leiden. Einige Verluste sind ja auf diesem Wege nach Europa gekommen. Für das SERI schreibe ich derzeit einen Artikel über die vermutlichen Auswirkungen der Krise auf die europäische Wirtschaft.

Hier in Korea sagt man 소 잃고 외양간 고친다, was soviel bedeutet wie "Nachdem die Kuh weg ist, wird der Stall repariert". Hoffentlich passiert das auch und die Finanzinstitutionen verbessern ihre Kontrollmechanismen.

29. August 2007

Alles, was man so braucht...


... findet man auf dem Namdaemun Markt (남대문 시장). Rund um die Uhr wird von mehr als 1.000 Groß- und Einzelhändlern günstig angeboten, was der Haushalt begehrt: Lebensmittel, Haushaltsartikel, Ginseng aller Art, Uhren und Textilien. Ab 24°° Uhr öffnen die Großhändler, ab 7°° Uhr die Einzelhändler. Und mit ein paar Brocken Koreanisch lassen sich leichter Schnäppchen erheischen. "Kaka chuseyo" (깎아 주세요) begleitet von einem freundlichen Lächeln heißt soviel wie "Geben Sie mir bitte Rabatt" und funktioniert auch meist.

28. August 2007

Happiness comes from small thing


Graffiti in einer Unterführung in Hongdae.

27. August 2007

Scharf

Vor zwei Jahren habe ich auf der appetitanregenden Webseite à la carte von Peter Hertzmann einige bildschöne Illustrationen über das kunstfertige Zerteilen von Zutaten gesehen und mich sofort darin verguckt. Leider waren diese Seiten dort nicht lange zu finden. Insgeheim habe ich seitdem aber gehofft, dass der gute Mann uns diese schönen Anleitungen vorenthält, um ein verkaufbares Buch daraus zu machen. Hat er jetzt und hier steht mehr darüber.

24. August 2007

Métro, boulot, dodo Seoul


Was von sieben bis sieben ausserhalb meines cubicles so passiert.

23. August 2007

Irgendwann klappt's bestimmt


So leicht geben Koreaner nicht auf. Nachdem die Winterspiele 2014 nicht nach Pyeongchang, sondern nach Russland gegangen sind, bewirbt man sich eben für die olympischen Sommerspiele 2020. Austragungsort soll Busan werden, eine sehr schöne Hafenstadt im Osten Koreas. Viel Glück!

22. August 2007

Posco geht nach Indien


Koreas viertgrößtes Unternehmen ist Posco. Der teilstaatliche Konzern ist der viertgrößte Stahlerzeuger weltweit, was ja durchaus erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass es in Südkorea keine nennenswerten Vorkommen von Erz oder Kohle gibt und die Rohstoffe per Schiff nach Korea transportiert werden müssen. Auf dieser Basis hat man im letzten Jahr 23 Milliarden USD Umsatz gemacht. Die Nachfrage hierzulande ist immens, schließlich bauen Koreaner die größten Schiffe der Welt. Und wenn die Chinesen letztes Jahr nicht aufgeholt hätten, auch immer noch die meisten.

Da allerdings auch hier Grenzen des Wachstums erkennbar werden, hat sich Korea auf die Suche nach neuen Märkten gemacht und einen davon in Indien gefunden. 2005 wurde mit der indischen Regierung vereinbart, dass ab dem Jahr 2007 ein neues Stahlwerk in einer rohstoffreichen Region an der Ostküste gebaut werden soll. Ganze 12 Milliarden USD sollen investiert werden. Damit steht Posco nicht allein. Auch Arcelor-Mittal (die japanische Nr. 1 der Branche) und MKK, ein russischer Konzern, werden dort Stahlwerke errichten. Die relative Nähe zu China ist zudem sicher kein Nachteil. Vor Baubeginn jedoch müssen noch einige Hürden aus dem Weg geräumt werden. Schürflizenzen für Erz, Umweltauflagen, Grundstückskäufe, Rechte als Sonderwirtschaftszone und Hafenzugang sind noch nicht geklärt. In Abhängigkeit vom politischen Willen der indischen Regierung und der Konzessionsbereitschaft der Koreaner kann sich dies noch länger hinziehen.

Quellen: Korea.net und Wikipedia

17. August 2007

Asien in der Krise


Auch hier in Korea hat die internationale Nervosität an den Kredit- und Aktienmärkten zu drastischen Kursverlusten geführt. War der KOSPI noch vor kurzem auf einem Stand von über 2.000 Punkten, so ist er gestern auf weit unter 1.700 Punkte gesunken. Angeblich sind vor allem ausländische Investoren aus koreanischen Titeln ausgestiegen und haben so den Index unter Druck gebracht.

Das sind jedoch nicht die einzigen Folgen. Der Wirtschaft hier geht zwar es gut, jedoch ist man natürlich als Exportnation auf eine gesunde Nachfrage aus dem Ausland angewiesen. Und so kann es kommen, dass der Preisverfall am amerikanischen Immobilienmarkt dazu führt, dass Joe Sixpack keine Refinanzierung für's Häusle bekommt und statt der Anzahlung auf den neuen koreanischen SUV seine Hypothek bedient. Kann sich also auch durchaus im Exportgeschäft bemerkbar machen.

Genau wie in der ganzen Welt haben auch in Korea die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren kräftig angezogen. Da eine durchschnittliche Wohnung in Seoul nicht unter einer Million Dollar zu haben ist, wird natürlich auch finanziert. Da die gebeutelten Banken ihre Finanzierungen weiterverkaufen können, wird sich dies natürlich auf die nächste Generation der koreanischen Immobilienerwerber auswirken: bessere Sicherheiten und höherer Eigenanteil wird die Folge sein. Normalerweise müssten dann die Preise etwas nachgeben. Aufgrund der derzeit starken Regulierung des Immobilienmarktes ist dies aber nicht zu erwarten. Mal gut, dass wir Mieter sind.

15. August 2007

Independence Day


So ein koreanischer Unabhängigkeitstag ist ja immer eine schöne Gelegenheit, an die Greueltaten der Japaner bis 1945 zu erinnern. Korea feiert diesen jedes Jahr am 15. August und wir feiern mit. Zwar gehen wir nicht in den Independence Park, der auf dem Gelände eines ehemaligen Gefängnisses für Freiheitskämpfer gegen die Japaner liegt, aber wir machen trotzdem das Beste aus dem freien Tag. Zuhause bleiben und gesund werden ist der Plan.

14. August 2007

Kreuz und Quer

Sowas schon mal gesehen?
Zebrastreifen in Seoul! So geht man hier über die Straßen!

Ice Ice Baby!

Der Sommer hier ist HEISS!!!! Was ja nichts Ungewöhnliches ist, allerdings kombiniert mit extremst hoher Luftfeuchtigkeit ist das echt grausam... Will heißen: wir produzieren literweise Schweiß, sind gelähmt, haben schlaflose Nächte, der Kreislauf spinnt total...wir leiden! Was tun?! Wir gönnten uns eine Abkühlung - im wahrsten Sinne des Wortes - und zwar in der Ice Bar namens Sub Zero.

Ihr mögt vielleicht von Ice-Hotels in Schweden oder Canada gehört haben sowie einer Ice-Bar in Japan ... nun, sowas arktisches findet sich hier auch in Seoul seit April (Internetseite ist hier).

Eintritt kostet 15.000 Won (ca. 12 Euro). Man bekommt einen Riesen-Parka, Handschuhe sowie warme Boots geliehen. Zu Trinken gibt´s hier - natürlich - Vodka, was im Eintrittspreis mit inbegriffen ist... So bestellten wir uns zwei Vodka-Cocktails im Eisglas, bestaunten noch die Eisskulpturen und waren auch schon recht schnell fertig mit allem, da es sich bei Minus 6 Grad nicht wirklich lange aushalten lässt (Rekord zweier Schweizer lagen bei über 2 Stunden) und so haben wir dann nach 20 Minuten kapitulieren müssen - die Abkühlung hat trotzdem gut getan!!!!




13. August 2007

Warum es Ausländer in Korea schwer haben

Häufig wird angenommen, dass der Grund für die geringe Präsenz deutscher Unternehmen in Korea sei, dass es nicht genügend qualifizierte Führungskräfte gibt, die sich in diesem Kulturkreis bewegen können. Daher hat ja die Europäische Kommission auch das ETP-Korea aufgesetzt. Mehr Europäer mit Koreanischkenntnissen = mehr Export nach Korea, so die verkürzte Formel der Hoffnung. Dies ist sicher nicht schädlich, aber reichen tut das wohl nicht. Schauen wir uns doch mal folgende Tabelle an. Sie beschreibt das durchschnittliche Vertrauen von Koreanern zu verschiedenen Personengruppen auf einer Skala von 1 - 100. Einfach mal wirken lassen.
PersonengruppeVertrauensindex
Ehepartner100
Eltern100
Kinder100
Brüder/Schwestern100
Neffen/Nichten99
Cousins97
Andere Verwandte96
Klassenkameraden der Oberschule97
Kommilitionen der Hochschule85
Klassenkameraden der Grundschule50
Ehemaliger Mitschüler oder Kommilitone80
Menschen mit dem gleichen Nachnamen70
Menschen aus der gleichen Region70
Menschen aus einer anderen Region60
Kollegen, die für die gleiche Firma arbeiten90
Menschen mit dem gleichen Beruf80
Menschen mit dem gleichen Hobby70
Nachbarn70
Mitglieder der gleichen Kirchengemeinde95
Menschen der gleichen Konfession80
Menschen anderer Konfessionen70
Menschen mit anderer Religion40
Fremde (Koreaner)5
Ausländer (ohne weitere Beziehungen)1

Aus Chan Sup Chang, Nahn Joo Chang: Behavioural Patterns of Koreans. In: The Korean Management System: Cultural, Political, Economic Foundations, S. 45-57. Westport 1994. ISBN 0-89930-858-9

Wenn man berücksichtigt, dass die Koreaner von 1231 bis 1945 eigentlich permanent unter fremder Herrschaft (Mongolen, Chinesen und Japaner) waren und dementsprechend geartet die Kontakte zu Ausländern waren, eigentlich gar nicht so überraschend. Bleibt also die Preisfrage: Was muss man wohl tun, um als Ausländer in Korea erfolgreich Geschäfte machen zu können?

11. August 2007

Ost trifft West


Yang Liu kommt aus China und lebt in Deutschland. Sie hat ihre Erfahrungen mit der unterschiedlichen Mentalität hüben und drüben hübsch konzentriert in Grafiken ausgedrückt und von Mai bis Juni im Aussenministerium ausgestellt. Tatsächlich: Jede der beschriebenen Eigenheiten gilt gleichermaßen für Koreaner.

8. August 2007

Sonnenschein in der Regenzeit: 2. innerkoreanischer Gipfel


Kaum habe ich die letzte Meldung geschrieben, schon ist etwas auch für Koreaner spektakuläres passiert. Vor zwei Stunden hat der Wiedervereinigungsminister in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass sich die Staatsoberhäupter der beiden Koreas vom 28. bis 30. August in Pyöngyang treffen werden. Eine Fortsetzung der Sonnenscheinpolitik also.

Thema könnte diesmal die nukleare Abrüstung sein. Beim ersten Treffen dieser Art vor sieben Jahren wurden unter anderem Wege zur Wiedervereinigung, engere wirtschaftliche Zusammenarbeit und humanitäre Fragen diskutiert. Es gab in der Folge sogar konkrete Ergebnisse, wie den Bau einer Autobahn zwischen den Ländern und die Errichtung der von südkoreanischen Unternehmen genutzten Sonderwirtschaftszone Gaeseong (개성) in Nordkorea. Auch wurden Familienzusammenführungen durchgeführt und unter einer gemeinsamen Fahne bei den olympischen Spielen 2002 in Sydney aufgetreten. Zuviel versprechen sollte sich aber niemand davon, denn bisher geht es innerkoreanisch immer einen Schritt vor und dann wieder zwei zurück.

Schusswechsel an der Grenze

Sogar die deutsche Tagesschau hat es gemeldet, hier in Korea scheint es aber noch nicht einmal eine Zeitungsnotiz wert: koreanische Soldaten beider Seiten haben am 06.08. aufeinander geschossen. An der schwerbewachtesten Grenze der Welt zwischen dem kommunistischen Schurkenregime und der ansonsten vom Festland abgeschnittenen Republik sind mehrere Maschinengewehrsalven von Nord nach Süd abgefeuert worden, woraufhin aus dem Süden dann mit einer Serie Warnschüssen begleitet von einer Lautsprecherdurchsage geantwortet wurde. Keine Verletzten.

So die hiesige Version der Nachrichtenagentur Yonhap News, die dies online in gerade mal ein paar Zeilen erwähnt. Aber in keiner koreanischen Zeitung war gestern ein Artikel zu finden. Finde ich erstaunlich, denn schließlich ist die Grenze das aussenpolitische Thema Nummer Eins. Und wenn ich mich recht erinnere, kamen Zwischenfälle an der innerdeutschen Grenze immer auf die Titelseite. Erklärbar ist das vielleicht dadurch, dass die derzeit laufenden Atomabrüstungsgespräche nicht belastet werden sollen und die südkoreanische Presse dies daher in klassisch staatstreuer Manier nicht aufgreift. Vielleicht ist es aber auch so, dass dies ja immer mal wieder vorkommt (letztes Jahr zwei Mal) und dies einfach keinen Koreaner mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Muss ich mal einen koreanischen Kollegen fragen. Gerade gemacht - letzteres ist der Fall. Keiner regt sich über ein paar Schüsse an der Grenze auf. Passiert halt immer wieder. Die Atombombe wäre ja auch keine echte Bedrohung gewesen.

7. August 2007

해물샤브 - Haemulshabu in Kangnam

Mein Tag in Bildern
Eigentlich wollte ich ja nur eine Kleinigkeit essen. 300 Meter von meinem Büroturm entfernt, lockte mich ein Schild in ein sympathisch aussehendes Restaurant. Haemulshabu (해물샤브) für 10.000₩ hört sich interessant an. Was auch immer Haemulshabu sein soll - vermutlich etwas mit Fisch und Brühe und in einem Shabu-shabu-Topf serviert, oder? Kann ja nicht so falsch sein. Hinein also.

Ich hätte stutzig werden sollen, als eine Stoffserviette auf dem Tisch lag. Sowas gibt's hier eigentlich gar nicht. Hungrig und freudig erregt, bestellte ich nach kurzem Blick in die Karte das schon Auserkorene. Was dann kam, überraschte mich nicht schlecht:

  • 1. Gang: Juk (죽) - Reisbrei, hier mit Fischfonds gekocht und mit Muscheln serviert
  • 2. Gang: Grüner Salat unter Tomaten-Kiwi-Bananen-Mus (erstaunlich lecker)
  • 3. Gang (oder sind das mehr?):
    • Haemulshabu bestehend aus: Krebs, Pfahl-, Herz-, Miesmuscheln, Shrimps, Oktopüssen und Pilzen sowie Lauch und Seetang am Tisch gekocht und mit drei verschiedenen Saucen serviert;
    • eine ganze halbe geräucherten Makrele;
    • Jabchae (Glasnudelsalat);
    • Farnpfannkuchen mit scharf eingelegten Muscheln;
    • erfrischender Wasserkimchi (물김치, Mulkimchi);
    • in Sojasauce gekochte Rippchen (Kalbi, 갈비) und
    • natürlich Reis. Reis, welcher so ähnlich zubereitet wurde wie bei Samgyetang, also mit Jujube-Beeren, Ginseng und Erbsen gekocht.

  • 4. Gang: Reiswasser. Dazu wird Wasser (oder Gerstentee) in den Specksteintopf gegossen, in welchem der Reis gekocht wurde. So löst sich die festgekochte Reiskruste und gibt den von Koreanern heißgeliebten Geschmack frei.
  • 5. Gang: Obstteller bestehend aus Melone, Weintrauben und Tomaten. Ja, Tomaten. Das ist hier Obst.
  • Ein absolutes Wellbeing-Essen also. Nur gesunde Sachen. Wenn das jetzt alles nicht so viel gewesen wäre! Und so schmackhaft. So aber komme ich nach dem Essen kaum wieder hoch. Im Büro erwartet mich bestimmt das Koma.
  • 6. Gang: Zur Kasse. Hier wird fast nie am Tisch gezahlt. Überraschung! Ich habe anscheinend nicht das angepriesene Mittagsmenü, sondern eine Erwachsenenportion (zwei?) bekommen. Zu benommen und sprachungewandt, um zu streiten, zahle ich 36.000₩. Für einen Mittagssnack ein bisschen viel, für das servierte Menü allerdings durchaus fair.
보성전, 서을시 강남구 서추구 서추동 1327-29 KT 파라곤 1층, Tel. 02-3474-4488

6. August 2007

Samgyetang (삼계탕)

Hier ist es ja immer noch richtig schön heiß. Tagsüber 30 Grad und nachts kaum kühler. Dies verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit kann einem schon ganz schön zu schaffen machen. Koreaner leiden natürlich auch unter der Hitze und haben ihre eigenen Theorien entwickelt, wie man am besten mit dieser zurecht kommt. Nämlich durch das (gelegentliche) Essen heißer Suppen. Nimmt man eine solche zu sich, schwitzt man die Gifte im Körper aus und gewinnt Kraft, um die heißen Tage besser zu überstehen. Boshintang (보신탕, Hundesuppe) und Samgyetang (삼계탕, Hühnersuppe) sind hier die traditionellen Mittel der Wahl. Soweit die Theorie.

Ganz unabhängig davon habe ich neulich Lust auf eine Hühnersuppe gehabt und da ich schon von Samgyetang gehört hatte, wollte ich diese doch auch mal probieren. Ein einschlägiges Restaurant ist bei uns in Shinchon schnell gefunden und so stand dann auch binnen kurzem eine brodelnde Tonschüssel mit einem ganzen Huhn vor mir. Klassisch ist, dieses mit Ginseng, Ingwer, Knoblauch, Jujube-Beeren, Maronen und Klebreis zu füllen. Alles gesunde Zutaten also. Rezept: Das Huhn wird ausgenommen, gefüllt und in eine Tonschüssel gelegt. Gewürzt, mit Wasser aufgegossen und zum Kochen gebracht (die Hitze schrittweise reduzieren), ist es nach etwa einer Stunde servierfertig. Noch etwas feingeschnittene Lauchzwiebel darüber, denn das Auge isst ja mit. Serviert wird es üblicherweise mit Rettichkimchi (Ggagdugi, 깍두기) und einer Salz-Pfeffer-Mischung zum Würzen. Wirklich eine leckere Mahlzeit. Und wie erwartet habe ich auch tüchtig geschwitzt. Ob es mir aber Kraft gegeben hat, da bin ich mir nicht so sicher - über's Wochenende habe ich jedenfalls mit einer Erkältung im Bett gelegen. Aber das wird wohl eher an dem ständigen Wechsel zwischen Schwitzen draussen und Frieren drinnen (wg. der Klimaanlagen überall) liegen.

Ein weiteres Rezept ist bei trifood.com zu finden. Übrigens auch eine sehr empfehlenswerte Seite, um sich mit typischen anderen Gerichten in Korea vertraut zu machen. Wenn man flexibel bzgl. der Romanisierung des Hangeul ist (schon mal was von "Bibimbob" gehört?). Guten Appetit!

5. August 2007

In Seoul und um Seoul herum

Praktische Lebenshilfe in Seoul: Bus- und U-Bahnverbindungen leicht gemacht. Für uns Ausländer hat die Stadtverwaltung von Seoul einige Webseiten zusammengestellt, auf denen man Stadtpläne, Bus- und Bahnverbindungen sowie weitere nützliche Informationen zum öffentlichen Nahverkehr in englischer Sprache findet. Nicht alles ist auf dem neusten Stand, so beträgt die Grundgebühr Taxen (kein Luxustaxi, tagsüber) mittlerweile 1.900₩. Aber dennoch.

Insbesondere die Suchfunktionen für Bus- und U-Bahnverbindungen sind gut gemacht. Durch Eingabe von Start- und Zielort wird der schnellste oder der mit dem geringsten Umsteigen verbundene Weg angezeigt. Zum Ziel geht's über folgende Links. Zuerst zur U-Bahn:

Und jetzt zu den Bussen:

1. August 2007

Morgenstund

...ist aller Laster Anfang, sagt man. Für mich beginnt jetzt mein Arbeitstag im Samsung Economic Research Institute (SERI). Das ist einer der hier sogenannten "think tanks", einer Nichtregierungseinrichtung, die (auch) im staatlichen Auftrag forscht. Vor zwei Wochen hat mein Praktikum begonnen, das mir im Verlauf dreier Monate Einblick in das koreanische Wirtschaftsleben verschaffen soll und Gelegenheit geben, meine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Nun, aus der Perspektive meiner Arbeitsnische ist das nicht so ganz einfach. Typisch Forschungsinstitut, arbeitet hier jeder für sich an seinen Aufgaben. Kommunikation beschränkt sich auf die Zeit des Mittagessens, wenn man von Kollegen mitgenommen wird. Und wenn, dann spricht man natürlich Englisch, denn auf Basis der 10 wöchentlichen Stunden Grammatik- und Vokabeltraining in den vergangenen Monaten hapert's bei mir ein bisschen mit der Redegewandtheit. Schwacher Trost: Den anderen aus der Gruppe geht es ebenso. Ich werde mir überlegen müssen, wie ich trotzdem weiter Koreanisch lerne.

30. Juli 2007

Hangeul-Tastaturaufkleber


Es ist gar nicht mal so einfach, vernünftige Hangeul-Tastaturaufkleber für den Laptop zu bekommen. Nach einigem Stöbern - natürlich im Yongsan Electronics District - bin ich dann fündig geworden und habe mir für 2.500 ₩ (etwa 2 €) die transparente Variante (s. o.) gekauft. Auf diesen Aufklebern sind dann nur die zusätzlichen koreanischen Schriftzeichen gedruckt, so dass die auf den Tasten vorhandenen Zeichen weiterhin zu sehen sind. Alternativ kann man auch Aufkleber bekommen, die auf weißem (s. u.) oder schwarzem Untergrund gedruckt sind. Dann verschwinden ß & Co. Wer sich nicht auf den Weg machen will, bekommt die Aufkleber auch im Versand. Dann allerdings etwas teurer.

28. Juli 2007

Da geht's rund: Korea-Japan im Asian Cup

Diese Spiele haben es ja immer in sich. Wenn Korea auf Japan trifft, dann stehen nicht nur 22 Mann auf dem Platz, sondern immer auch tausende von gefallenen Vorfahren gleich mit. Von 1905 bis 1945 befand sich Korea unter japanischer Besetzung, wobei der an Ressourcen arme Süden des Landes von den Kolonialherren zur Agrarregion und der an Bodenschätzen reiche Norden zur Industrieregion gemacht wurde. Aber ich schweife ab... 1945 jedenfalls wurde der Unterdrückung der Koreaner durch die Japaner ein Ende bereitet und damit unter anderem auch der Praxis, japanischen Soldaten koreanische "Trostfrauen" (comfort women) zuzuführen. Ein sehr schmerzhaftes Kapitel der Geschichte also. Und wenn man dann im kleinen Finale des Asian Cup, also dem Spiel um den dritten Platz, es den Ex-Unterdrückern zeigen kann, ist der Jubel groß. Und sei es nur durch ein 6:5 im Elfmeterschießen.