4. Juli 2007

20-15-13-11

Nicht die Lottozahlen, für manche aber trotzdem lucky numbers: Für die nächste Runde ETP Korea haben sich 20 Personen beworben, von denen sind 15 letzte Woche nach Brüssel zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. 13 sind erschienen, von denen wiederum wurden 11 auserkoren, ab Oktober am 6. Executive Training Programme in Korea teilzunehmen. Wenn derer alle den Vertrag mit der Europäischen Kommission unterschreiben, bleibt immerhin eine Quote von 55% (hoffentlich) Glücklichen übrig. Ich drücke alle Daumen, dass die Hoffnungen in Erfüllung gehen. Realismus bezüglich damit verbundener Erwartungen ist allerdings angesagt. Die laut Ankündigungen versprochenen sechs Monate Sprachtraining sind zum Beispiel nicht auf Vollzeitbasis zu verstehen.

Was die finanzielle Seite des Programms betrifft, so kann, wer mag, ja mal die (neuerdings erhöhten) 2.000 € Zuschuss/Monat mit den Einkommenseinbußen zuzüglich den Reise- und Unterbringungskosten für das gesamte Jahr (in Paris, London, Mailand und Seoul) gegenrechnen. Nicht sehr lukrativ - im Gegenteil. Für die meisten im Programm eine große persönliche Investition. Anders gesehen: Meiner Einschätzung nach haben wir in den vergangenen Monaten ungefähr soviel Koreanisch gelernt, wie man in drei regulären 10-Wochen-Kursen am KLI auch hätte lernen können. Wenn man nur auf das Koreanischlernen wert legt, ist man damit sicher besser bedient und schneller am Ziel. Was in unserem Programm zusätzlich geboten wird, sind kulturelle Hintergrundinformationen, MBA-Vorlesungen, Kontakte zur Europäischen Gemeinschaft hier in Korea und darüberhinaus und insbesondere wertvolle Verbindungen zu den Professoren, die hier großen Einfluß im Geschäftsleben haben. Ob und wie das mit Geld aufzuwiegen ist, bleibt natürlich dahingestellt. Wer also nicht akzeptiert wurde, sollte sich nicht grämen, sondern überlegen, ob die selbstgesetzten Ziele nicht auch auf anderem Wege zu erreichen sind. Ganz im Ernst.

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