Danke, KTO!
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5. Oktober 2010
52 leckere Seiten Hansik (한식)
Von
Jens
um
14:24
Die koreanische Tourismuszentrale hat der Menschheit wieder mal einen großen Gefallen getan und ein E-Book über Hansik, also das Essen im Land der Morgenstille, veröffentlicht. Das dieses Leib und Seele zusammenhält, sagt der Volksmund ja auch bei uns zu Hause, hier allerdings geht man noch viele Schritte weiter und glaubt, dass auf Grundlage von Yin und Yang und der Lehre von den Fünf Elementen alles Wachstum und damit auch die Gesundheit beeinflusst werden kann. Resultat ist, dass Hansik in Geschmack, Farbe, Darreichungsform und Vielfalt immer ausgewogen und (zumindest mal für alle Koreaner und mich) unglaublich lecker ist. Sich davon überzeugen und viel über Tischsitten und Regionalküchen lernen kann man durch Klick auf das Bild unten.

Danke, KTO!
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Südkorea
3. Oktober 2010
Kimchi-Krise in Korea
Von
Jens
um
13:29
Der kleine Bursche hier links sieht nett aus, ist er aber nicht. Denn er steht für Chinakohl, die Hauptzutat im wichtigsten Nahrungsmittel Koreas überhaupt: Kimchi. Kein ordentlich gedeckter Tisch kommt hierzulande ohne Kimchi aus. Kam, denn der kleine Bursche hat sich rar gemacht.Schlechtes Wetter am Ende des Septembers hat die hiesige Gemüseernte verdorben. So ist Chinakohl extrem teuer geworden. Die Preise sind um das Fünffache von 2.700 KRW (derzeit etwa 1,80 EUR) für einen Kohl auf bis zu 13.800 KRW (~ 9 EUR) gestiegen. Und das gerade zu der Zeit, wenn in Korea Kohl in großen Mengen eingekauft werden muss, um ihn rechtzeitig vor dem Winter als Kimchi zuzubereiten. Der Run auf fertig zubereiteten Kimchi in den Supermärkten war groß und so auch dort der Vorrat schnell verkauft. Eine Katastrophe!
Als Notmaßnahme hat die koreanische Regierung Importzölle auf Chinakohl bis zum Jahresende fallen gelassen und 100 Tonnen des grünen Grundnahrungsmittels in China geordert. Gleiches gilt für Rettich, der ebenfalls zu Kimchi verarbeitet wird und von dem 50 Tonnen beim großen Nachbarn bestellt wurden. Konsequenz ist, dass sich die Lage entspannt hat. Zwar wird momentan in Restaurants noch weniger Kimchi als früher serviert, aber zumindest drängen sich die Hausfrauen nicht mehr in langen Schlangen morgens vor Öffnung der Supermärkte.
Hier auch ein Video von CNTV dazu.
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Wirtschaft
16. Juni 2010
Koreanisch Essen in Saarbrücken
Von
Jens
um
17:41
- KIMDO. Mainzer Str. 61, 66111 Saarbrücken. Tel. +49 681 9685343, www.kimdo-restaurant.de. 11:30 - 14:30, 18:30 - 22 Uhr. Sonntags Ruhetag. Alles zum Mitnehmen. Seit April 2010 geöffnet, gleicht das Kimdo von außen auch im Fussball-Juni noch einer Baustelle. Davon sollte man sich aber nicht abhalten lassen, denn im Inneren eröffnet sich fast eine kleine Zen-Oase. Im Stil einer Sushi-Bar gehalten, kann sich der Gast entweder an einem von zwei kleinen Tischen oder der L-förmigen Bar niederlassen und aus der übersichtlichen Speisekarte auswählen. Rollen, bei denen eine Füllung aus Fisch, Gemüse oder Tofu zunächst von Reis und dann außen mit Algen umhüllt sind, stehen neben Miso-Suppe und frittierten Garnelen zur Auswahl. Das hört sich japanisch an und schmeckt auch so. Wären da nicht der Bulgogi-Salat und das Bulgogi-Kimbab auf der Karte, die den koreanischen Ursprung der Betreiber verraten würden. Da alles frisch zubereitet, hübsch serviert und preiswert angeboten wird, würde man gerne häufiger hier essen, wenn denn das Menü etwas abwechslungsreicher wäre. Ist es aber nicht und daher hoffe ich auf die Zukunft und den Ausbau der koreanischen Gerichte.
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1. Oktober 2009
Koreanisch Essen in Köln
Von
Jens
um
23:49

Auch in Köln kann man koreanisch essen. Leider ist die Auswahl nicht sehr groß (und dem Shilla werden nicht viele wirklich hinterhertrauern), aber es gibt doch glücklicherweise ein Restaurant, welches wirklich hervorragend ist:
- Bulgogi-Haus. Neusser Straße 654, 50737 Köln-Weidenpesch. Tel. +49 221 25899840. www.bulgogi-haus.de Das (bis Ende 2009) einzige koreanische Restaurant in Köln, welches den Namen verdient. Ausgesprochen gute Fleischqualität, exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Echtes Tischgrillen mit Holzkohle, festes Menü für 16,80 EUR/Person (Kinder 9,90 EUR): Mandus, Samgyeopsal, Rosgui, Bulgogi, Lamm, Pute, Tintenfisch, Garnelen, Obst. Meist sind wir schon nach den ersten drei Gängen satt und bitten um Gnade. Viele selbstgemachte Banchan, Reis und Beilagen, so viel man will. Immer wieder gerne!
- namdaemun. Bonner Str. 73-75, 50677 Köln. Tel. +49 221 99200051. www.namdaemun.de Das zweite koreanische Restaurant mit Tischgrill in Köln. Leider eine schlechte Kopie des Bulgogi-Haus mit zumindest zentralerer Lage. Preise vergleichbar, ebenfalls Beilagenbuffet, weniger Grillfleisch, dafür aber eine Suppe als Vorspeise. Nicht so authentisch, da z. B. Salat mit 1000-Island-Dressing angeboten wird.
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18. November 2008
Koreanisch Essen in Frankfurt
Von
Jens
um
00:37
Gelegentlich hat man ja Appetit auf etwas koreanisches, aber grade keine Frau wie die meine zur Hand, die lecker kochen kann. Oder ist fern des heimischen Herdes in der Fremde und weiß nicht, wohin mit seinem Appetit. Oder hat Lust auf etwas Neues. Gründe also gibt es genug, eine Liste von koreanischen Restaurants am gleichen oder anderen Ort wie man selbst zu suchen. Tue ich auch und zwar derzeit aus erfindlichen Gründen vor allem in Frankfurt (ja, am Main). Frustrierenderweise finde ich dann keine aussagekräftigen Beschreibungen und vertrauenswürdige Empfehlungen im Netz, sondern meist nur die Adresse des ortsbekannten Touri-Neppers. Das muss und soll anders werden und daher lege ich jetzt einfach mal für jede Stadt, in der ich koreanisch essen war, meine eigene Liste von koreanischen Restaurants an. Getestete und ungetestete. Hinweise auf nennenswerte Alternativen nehme ich gerne auf. Also:- Mr Lee. Gutleutstr. 153, 60329 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-251198. Bisher mein Lieblingsrestaurant hier. Lecker, authentisch, freundlich.
- Kontiki. Frankfurter Landstrasse 6, 61440 Oberursel, Tel. +49-6171-56051. Jin-As Favorit in der Region. Wird generell sehr gelobt.
- Go-Gung. Hauptstr. 28, 66750 Eschborn, Tel. +49-61 96-77 51 00. Landestypisch mit der Möglichkeit, auf dem Boden zu sitzen. Ordentliche banchan, faire Preise. Leckeres Bulgogi.
- Shizuku. Hauptstr. 82, 65760 Eschborn, Tel. +49-6196-99 89 925, Fax -926, Mobil +49-172-6156148. www.shizuku.de Koreanische und japanische Küche. Mittagsmenü zu 8 und täglich wechselnd 10 EUR.
- J's Kitchen. Lauenburger Str. 1 (Ober der Roeth 2), 65824 Schwalbach/Ts., Tel. +49-6196-950-2425, Fax -2426, Mobil +49-160-780 2652. Mo - Sa 12:00 - 14:30 & 18:00 - 02:00. So geschlossen. www.jskitchen.de (17.11.08: funktioniert nicht).
- Bul-go-gi. Dreikönigstr. 2-4, Frankfurt am Main, Tel. +49-69-6612 6678. Authentisch mit Tischgrill und sehr freundlicher Bedienung. Nicht das beste Essen in FFM, aber auch nicht das schlechteste. Preise fair.
- Shilla. Kennedyallee 61, 60596 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-636520. Nicht so gut, dafür auch etwas teurer. Wenig banchan.
- Seoul. Unterortstr. 27-29, 65760 Eschborn, Tel. +49-6196-41450.
- Korea Haus. Am Hauptbahnhof 16, 60329 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-236964. Das hat so gar keinen guten Ruf. Bin ich also auch noch nicht hin.
- Family Restaurant. Alt-Sossenheim 5, 65936 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-30088971. Der beste Koreaner in Sossenheim. Der einzige Koreaner in Sossenheim.
- BeSeTo Asia Bar. Taubenstr. 17, 60313 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-21 999 229, Fax +49-69-21 999 456, Mobil +49-178-818 5858. Angeblich nur für (ich zitiere) Schlitzaugen. Eng und teuer - wäre dann ja wie in Asien.
6. Oktober 2007
Gedämpftes Huhn in Sinchon
Von
Jens
um
15:16
Heute gab es nach der Sprachschule ein leckeres gedämpftes Hühnchen (Jjimdalg oder 찜닭) mit Jin-A und meiner Lehrerin vom KLI. Nur ein paar Schritte unterhalb vom Bahnhof in Shinchon ist ein Restaurant, wo abends Studenten Schlange stehen, um einen dieser Teller zu verspeisen. 7.000 ₩ pro Person (also etwa 6 €) ist wirklich nicht viel und wir haben nicht mal alles aufessen können.
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Südkorea
11. August 2007
Ost trifft West
Von
Jens
um
12:04
Yang Liu kommt aus China und lebt in Deutschland. Sie hat ihre Erfahrungen mit der unterschiedlichen Mentalität hüben und drüben hübsch konzentriert in Grafiken ausgedrückt und von Mai bis Juni im Aussenministerium ausgestellt. Tatsächlich: Jede der beschriebenen Eigenheiten gilt gleichermaßen für Koreaner.
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7. August 2007
해물샤브 - Haemulshabu in Kangnam
Von
Jens
um
14:55

Eigentlich wollte ich ja nur eine Kleinigkeit essen. 300 Meter von meinem Büroturm entfernt, lockte mich ein Schild in ein sympathisch aussehendes Restaurant. Haemulshabu (해물샤브) für 10.000₩ hört sich interessant an. Was auch immer Haemulshabu sein soll - vermutlich etwas mit Fisch und Brühe und in einem Shabu-shabu-Topf serviert, oder? Kann ja nicht so falsch sein. Hinein also.
Ich hätte stutzig werden sollen, als eine Stoffserviette auf dem Tisch lag. Sowas gibt's hier eigentlich gar nicht. Hungrig und freudig erregt, bestellte ich nach kurzem Blick in die Karte das schon Auserkorene. Was dann kam, überraschte mich nicht schlecht:
- 1. Gang: Juk (죽) - Reisbrei, hier mit Fischfonds gekocht und mit Muscheln serviert
- 2. Gang: Grüner Salat unter Tomaten-Kiwi-Bananen-Mus (erstaunlich lecker)
- 3. Gang (oder sind das mehr?):
- Haemulshabu bestehend aus: Krebs, Pfahl-, Herz-, Miesmuscheln, Shrimps, Oktopüssen und Pilzen sowie Lauch und Seetang am Tisch gekocht und mit drei verschiedenen Saucen serviert;
- eine ganze halbe geräucherten Makrele;
- Jabchae (Glasnudelsalat);
- Farnpfannkuchen mit scharf eingelegten Muscheln;
- erfrischender Wasserkimchi (물김치, Mulkimchi);
- in Sojasauce gekochte Rippchen (Kalbi, 갈비) und
- natürlich Reis. Reis, welcher so ähnlich zubereitet wurde wie bei Samgyetang, also mit Jujube-Beeren, Ginseng und Erbsen gekocht.
- 4. Gang: Reiswasser. Dazu wird Wasser (oder Gerstentee) in den Specksteintopf gegossen, in welchem der Reis gekocht wurde. So löst sich die festgekochte Reiskruste und gibt den von Koreanern heißgeliebten Geschmack frei.
- 5. Gang: Obstteller bestehend aus Melone, Weintrauben und Tomaten. Ja, Tomaten. Das ist hier Obst. Ein absolutes Wellbeing-Essen also. Nur gesunde Sachen. Wenn das jetzt alles nicht so viel gewesen wäre! Und so schmackhaft. So aber komme ich nach dem Essen kaum wieder hoch. Im Büro erwartet mich bestimmt das Koma.
- 6. Gang: Zur Kasse. Hier wird fast nie am Tisch gezahlt. Überraschung! Ich habe anscheinend nicht das angepriesene Mittagsmenü, sondern eine Erwachsenenportion (zwei?) bekommen. Zu benommen und sprachungewandt, um zu streiten, zahle ich 36.000₩. Für einen Mittagssnack ein bisschen viel, für das servierte Menü allerdings durchaus fair.
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Seoul,
Südkorea,
Wellbeing
6. August 2007
Samgyetang (삼계탕)
Von
Jens
um
11:30
Ganz unabhängig davon habe ich neulich Lust auf eine Hühnersuppe gehabt und da ich schon von Samgyetang gehört hatte, wollte ich diese doch auch mal probieren. Ein einschlägiges Restaurant ist bei uns in Shinchon schnell gefunden und so stand dann auch binnen kurzem eine brodelnde Tonschüssel mit einem ganzen Huhn vor mir. Klassisch ist, dieses mit Ginseng, Ingwer, Knoblauch, Jujube-Beeren, Maronen und Klebreis zu füllen. Alles gesunde Zutaten also. Rezept: Das Huhn wird ausgenommen, gefüllt und in eine Tonschüssel gelegt. Gewürzt, mit Wasser aufgegossen und zum Kochen gebracht (die Hitze schrittweise reduzieren), ist es nach etwa einer Stunde servierfertig. Noch etwas feingeschnittene Lauchzwiebel darüber, denn das Auge isst ja mit. Serviert wird es üblicherweise mit Rettichkimchi (Ggagdugi, 깍두기) und einer Salz-Pfeffer-Mischung zum Würzen. Wirklich eine leckere Mahlzeit. Und wie erwartet habe ich auch tüchtig geschwitzt. Ob es mir aber Kraft gegeben hat, da bin ich mir nicht so sicher - über's Wochenende habe ich jedenfalls mit einer Erkältung im Bett gelegen. Aber das wird wohl eher an dem ständigen Wechsel zwischen Schwitzen draussen und Frieren drinnen (wg. der Klimaanlagen überall) liegen.
Ein weiteres Rezept ist bei trifood.com zu finden. Übrigens auch eine sehr empfehlenswerte Seite, um sich mit typischen anderen Gerichten in Korea vertraut zu machen. Wenn man flexibel bzgl. der Romanisierung des Hangeul ist (schon mal was von "Bibimbob" gehört?). Guten Appetit!
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Südkorea
8. Juli 2007
Geschmackssache: Schokoladenkekse mit Käsefüllung
Von
Jens
um
21:39
Wem's schmeckt... Wir haben hier übrigens auch schon Schokolade mit Kimchi-Füllung entdeckt. :-p
Wie verschieden Geschmäcker sein können, sieht man auch daran, dass es den experimentierfreudigen Koreanern den Magen umdreht, wenn man ihnen erzählt, dass man in Deutschland süßen Milchreis isst.
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Seoul,
Südkorea
10. Juni 2007
Schönen ersten Schultag, Jin-A!
Von
Jens
um
23:37
Jin-A hat morgen ihren ersten Schultag im Seoul Culinary Institute, in dem sie lernen wird, wie man leckere asiatische Leckereien zubereiten wird. Nicht, dass sie das nicht schon irgendwie könnte, aber DIE Art von Speisen beherrscht sie bisher noch nicht. Ein guter Grund also. Klingt mysteriös? Gut! Denn zuviel verraten will ich hier nicht, das kann sie bei Gelegenheit ja selber machen. Ich jedenfalls freue mich. Erstens für sie, zweitens und drittens für mich, denn vielleicht bringt sie ja manchmal etwas Arbeit mit nach Hause...
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Seoul,
Südkorea
25. Mai 2007
Octopussy II und yummy Muscheln
Von
Jin-A
um
21:34
Zur Abwechslung mal wieder ein paar Bilder - oder eher Filmchen - zu unserem Lieblingsthema: Essen! Wir waren kürzlich mit deutschen Bekannten "Sannagji" essen und ich muss sagen, dass dieser Oktopus (s. o.) wesentlich besser geschmeckt hat als der von vor wenigen Wochen zuvor (siehe unten Octopussy). Er war halt frischer, um nicht zu sagen: lebendiger :-), kam ja auch direkt aus dem Aquarium...
Ganz besonders zu empfehlen sind frische, auf den Grill gelegte Muscheln, die dann aufploppen und mit einer scharfen Chilipaste verzehrt werden. ...yummy...
Schaut mal, wie frisch die sind!
Und hier sieht man, wie man die Muscheln grillt!
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26. März 2007
Lassie in the slaughterhouse
Von
Jens
um
13:10
Samstag stand (Überraschung!) mal wieder vollkommen im Zeichen der Völlerei. Als Vorwand trafen wir uns mit Jin-As Mutter, Tante und Cousin, um Licht ins Dunkel um den koreanischen Mobilfunkmarkt zu bringen. Ausländer haben es hier nicht sehr leicht, ein Vertragshandy zu bekommen, Prepaid-Verträge sind nicht jedermann bekannt. Letzteren wollen wir allerdings nicht, da wenn man mehr als zwei Minuten pro Tag telefoniert, die Prepaid-Lösung sehr teuer wird. Nach drei Stunden intensiven Internet-Surfens mit Ho-Yoon sind wir jetzt jedoch etwas schlauer und werden in den nächsten Tagen versuchen, jemanden zu finden, der weiß, dass man auch Ausländern einen Mobilfunkvertrag geben kann.
Mittags gingen wir in ein sogenanntes Gesundheitssuppenhaus. In einem solchen kann man dass essen, was Koreanern die Kräfte zurückgibt, die hier insbesondere an heißen Sommertagen schwinden. Nämlich Hund. Zwei Gerichte stehen auf der Speisekarte: Hundesuppe (보신탕, boshintang = Gesundheitssuppe) und gedämpfter Hund. Unsere Wahl fiel auf zweiteres Gericht, da man mit diesem die Suppe gleich mit serviert bekommt. Das wichtigste vorweg: Hund schmeckt und zwar gar nicht schlecht. Ein bisschen wie Schweinefleisch, obgleich dunkler in der Farbe und mit festerem Fettrand versehen. Das Tier wird geschmort und teilweise zerlegt an den Tisch gebracht, dann mund- und stäbchengerecht aufgeschnitten und in einen Topf mit Fonds und Gemüse gelegt. Man nimmt sich ein Stück, legt etwas gedünsteten Schnittlauch darauf und versieht das Ganze mit etwas scharfer Chilipaste. Wer mag, kann noch frischen Knoblauch mit in den Mund stecken.
Was den ethischen Aspekt dieses Essens betrifft, so bin ich (zugegebenermaßen nach anfänglichem Zögern) der Meinung, das es vollkommen in Ordnung ist, diese extra für diesen Zweck gezüchteten Tiere zu essen. Ansonsten müßte ich ja auch auf jede andere Art von Fleisch verzichten. Es ist halt ungewohnt für uns, Hunde als Nutztiere zu sehen. Vor einigen Jahren wäre in Deutschland auch noch niemand auf die Idee gekommen, sich einen putzig aussehenden Vogel Strauß einzuverleiben. Heute scheint das ganz normal. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. In Korea mag auch nicht jeder Hundefleisch essen, jüngere Leute zwischen 20 und 30 essen dieses Gericht nicht so häufig. Ein Drittel aller Hundebesitzer hier jedoch hat Hund nicht nur auf dem Schoß gern.
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23. März 2007
Octopussy
Von
Jens
um
23:33
Eines der ersten Dinge, die ich über Korea gehört hatte war, dass man dort (quasi) lebendigen Oktopus isst. Das wollte ich natürlich auch mal ausprobieren und Jin-As Tante war ganz begeistert davon, dass ich diese koranische Spezialität versuchen wollte. So bekamen wir heute Abend Überraschungsbesuch vom Fischmarkt und wurden mit frischestem Getier versorgt. Rohe Muscheln, blanchierter Oktopus und ebenjener roher stand auf dem Speisezettel. Statt eines Rezeptes hier ein Dokumentarfilm...
Es hat wirklich nicht schlecht geschmeckt. Ist aber ein bisschen so wie mit Froschschenkeln: die Sauce macht's.
Morgen gibt's übrigens Hund.
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18. März 2007
Rohe Leber und Kälberdarm
Von
Jens
um
12:39
Ho Yoon ist Jin-As Cousin und ein sehr netter Kerl. Davon haben wir uns in der Zeit, in der wir bei seiner Mutter zuhause wohnen durften, schon überzeugen können. Gestern haben wir uns mit ihm und einigen seiner Freunde verabredet und er hat uns versprochen, uns eine ganz besondere Spezialität probieren zu lassen. So trafen wir uns im Viertel bei der Hongik University und betraten ein Restaurant, welches wohl vor 20 Jahren ganz genauso ausgesehen hat wie heute. Abgewetzter Boden. Podeste, vor denen man die Schuhe auszieht und auf denen die niedrigen Tische stehen, vor denen man im Schneidersitz Platz nimmt. Ein oft genutzter Gasbrenner auf jedem Tisch und auf den sofort ungefragt eine heiße Suppe gestellt wird und die bald zu kochen beginnt. Wir bestellen Bier und die Spezialitäten des Hauses. Es kommt rohe Leber, etwas, das grau ist, mit kleinen Zotten versehen und in Streifen geschnitten ist. Natürlich verschiedene Banchan (반찬), die kleinen Beilagen zu jedem Essen. Die Koreaner bedienen sich mit den Löffeln aus dem Suppentopf und nehmen schon mal ein rohes Stück Leber als Appetizer. Das probiere ich auch und muss sagen, dass es gar nicht mal so schlecht schmeckt. Von der Konsistenz her mir jedenfalls sympathischer als das hier heißgeliebte Ddeogbbogi (떡볶이) aus Reis, was mich eher an Maden als an sonstwas erinnert. Nachdem wir die Suppe gegessen haben, wird eine heiße Steinpfanne auf die Gasflamme gestellt. In der brutzeln Kalbsdarmstücke. Knusprig gebraten, taucht man ein solches kurz in eine Sojasauce mit frischem Schnittlauch und steckt es sich in den Mund. Wirklich lecker. Man darf sich halt nur nicht zu lebhaft vorstellen, was man da gerade isst. Wobei unsereins ja auch problemlos Wurst im Naturdarm runterbringt. Im Zweifelsfall: Soju (소주) hilft wie immer beim Schlucken... Das graue Zottige und die Leber lassen sich natürlich auch in der Pfanne braten. Das schmeckt besser, zugegebenermaßen.
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Seoul,
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10. März 2007
소금구이 - Sogeumgui
Von
Jens
um
23:51
Wir haben heute Abend Sogeumgui gegessen - Schweinebauch, der mit Salz (Sogeum) und Pfeffer gewürzt wird und so zubereitet wird, wie es die Koreaner am meisten lieben: frisch am Tisch gegrillt (-gui). Jin-As Cousin Ho-Yoon demonstriert hier netterweise wie's gemacht wird. Erst im Stück auf den Grill legen und dann kurz vor Fertigstellung mit der Schere zerkleinern und zuende braten. Das Fleisch wird dann typischerweise in ein Salatblatt gelegt, mit scharfer Bohnenpaste und einem Stück frischem Knoblauchs garniert, eingewickelt und ganz in den Mund gesteckt. Als ein besonderer Liebesbeweis in Korea gilt es übrigens, einen solchen Happen in den Mund des Partners zu stecken. Mmmmmhhhhh...
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9. März 2007
Mast
Von
Jens
um
01:20
Das war heute Abend also meine dritte warme Mahlzeit in Seoul. Nach labbrigem Weißbrot gestern zum Frühstück konnte ich mich recht schnell mit dem Vorschlag anfreunden, morgens stattdessen Reis (ein Synonym für "Essen" im Koreanischen) zu mir zu nehmen. So fing der Tag mit herzhaftem Kimchi-Jjigae (김치 찌개) und gekochten Krebsen an. Da ich gelernt habe, dass man seine Reisschüssel leeressen soll, da die Köchin sonst meint, es hätte nicht geschmeckt, habe ich tüchtig reingehauen und bin pappsatt aufgestanden. Zu meiner Verwunderung war kaum eine halbe Stunde später schon wieder eine Tafel Schokolade im Umlauf und dann noch eine große Schale Erdbeeren. Also Dinge, die ich wirklich gerne esse. Unmöglich, hier zuzugreifen. Ich spürte schon einen leichten Widerwillen.
Das wenig später eingenommene Mittagessen bestand aus leckeren Nudeln mit Pilzen, Gemüse und schwarzer Bohnenpaste. Dazu eine deftige Suppe mit Fisch und natürlich Kimchi sowie andere Beilagen, die Banchan (반찬) genannt werden und ohne die eine Mahlzeit hier einfach nicht vorstellbar ist. Hier bedient sich jeder mit Stäbchen und Löffel aus den auf dem Tisch stehenden gemeinsamen Schüsseln, eigene Portionen gibt es nur bei Suppen und dem Reis. (Schade eigentlich, denn sonst könnte ich mich einfacher vor dem brav Aufessen drücken.) Beruhigend, dass danach nicht nur ich ein ausgeprägtes Völlegefühl hatte.
Nach ewiger Telefoniererei mit Maklern, die Jin-As Tante für uns übernommen hat, stellte sich der Tip der Assistentin der Yonsei-Universität als hilfreich heraus. Wir konnten einen Besichtigungstermin vereinbaren. Nach drei Stunden Besichtigen, Überlegen, Verhandeln, Besprechen, Rechnen, Nachverhandeln, Vertrag halb unterschreiben, nochmaligem Verhandeln waren wir zwei dann erschöpfte Mieter einer sehr schönen, sehr kleinen, sehr teuren Wohnung, welche sehr nah der Uni und zudem zentral und ruhig liegt. Was zu feiern war. Natürlich mit ... einem Essen.

Leider hatte das ausgesuchte Fischrestaurant den frischen Oktopus, welchen wir bei lebendigem Leibe verzehren wollten (siehe unten) nicht im Angebot und so mussten wir uns mit einem spartanischen Mahl begnügen, in dessen Verlauf etwa 25 verschiedene Gerichte aufgetragen wurden. Der Oktopus kann warten.
Essen ist hier gar nicht mal so teuer, wie man vielleicht vermuten könnte. So haben wir gestern Abend für acht Euro pro Kopf ausgiebig gegessen und getrunken. Nicht ganz so feudal, aber trotzdem sehr lecker.
Das wenig später eingenommene Mittagessen bestand aus leckeren Nudeln mit Pilzen, Gemüse und schwarzer Bohnenpaste. Dazu eine deftige Suppe mit Fisch und natürlich Kimchi sowie andere Beilagen, die Banchan (반찬) genannt werden und ohne die eine Mahlzeit hier einfach nicht vorstellbar ist. Hier bedient sich jeder mit Stäbchen und Löffel aus den auf dem Tisch stehenden gemeinsamen Schüsseln, eigene Portionen gibt es nur bei Suppen und dem Reis. (Schade eigentlich, denn sonst könnte ich mich einfacher vor dem brav Aufessen drücken.) Beruhigend, dass danach nicht nur ich ein ausgeprägtes Völlegefühl hatte.
Nach ewiger Telefoniererei mit Maklern, die Jin-As Tante für uns übernommen hat, stellte sich der Tip der Assistentin der Yonsei-Universität als hilfreich heraus. Wir konnten einen Besichtigungstermin vereinbaren. Nach drei Stunden Besichtigen, Überlegen, Verhandeln, Besprechen, Rechnen, Nachverhandeln, Vertrag halb unterschreiben, nochmaligem Verhandeln waren wir zwei dann erschöpfte Mieter einer sehr schönen, sehr kleinen, sehr teuren Wohnung, welche sehr nah der Uni und zudem zentral und ruhig liegt. Was zu feiern war. Natürlich mit ... einem Essen.
Leider hatte das ausgesuchte Fischrestaurant den frischen Oktopus, welchen wir bei lebendigem Leibe verzehren wollten (siehe unten) nicht im Angebot und so mussten wir uns mit einem spartanischen Mahl begnügen, in dessen Verlauf etwa 25 verschiedene Gerichte aufgetragen wurden. Der Oktopus kann warten.
Essen ist hier gar nicht mal so teuer, wie man vielleicht vermuten könnte. So haben wir gestern Abend für acht Euro pro Kopf ausgiebig gegessen und getrunken. Nicht ganz so feudal, aber trotzdem sehr lecker.
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Südkorea
8. März 2007
Iss mich!
Von
Jens
um
08:51
Dieser Krebs wartet im Aquarium vor einem Restaurant in Seoul auf seinen Verspeiser. Koreaner lieben Meeresfrüchte und vor vielen Restaurants finden sich Tanks mit frischem Getier. Zum Beispiel auch jenen hier, das ich jetzt einfach mal vorsichtig "Meerwürste" nenne. Ich bin zwar ziemlich experimentierfreudig in Essensdingen, aber hier stoße auch ich an meine Grenzen...
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14. Februar 2007
Vorabschied
Von
Jens
um
03:07
Ging leider wieder alles viel zu schnell. Aber wir kommen ja wieder!
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koreanisches Essen
24. Januar 2007
Wandel der Zeiten
Von
Jens
um
19:42
Wir haben in Mailand eine Fallstudie zur Einführung einer amerikanischen Fast-Food-Marke in Korea gemacht. Erkenntnis dabei war, dass auch in Korea Fast Food sehr populär und McDonald's mit Abstand Marktführer ist. Dies dürfte also zu einem nicht unwesentlichen Teil Grund für den Rückgang sein. Zwar wird in koreanischen McDonald's ein Kimchi-Burger und Bulgogi-Burger verkauft, um sich an den lokalen Gaumen anzupassen, Reis wird jedoch nicht angeboten - schlechte Zeiten für Reisbauern.Das "National Statistic Office" gab am 18.01. bekannt, dass der jährliche durchschnittliche Reiskonsum der Koreaner abnimmt. Im Jahr 2006 lag der Reiskonsum pro Person bei 78,8 kg, was einen Rückgang von 2,4% gegenüber dem Vorjahr darstellt. Seit 2001 (5,0%) ist dies der prozentual größte Rückgang. Noch vor 10 Jahren (1996) betrug der durchschnittliche Reiskonsum 104,9 kg.
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