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15. August 2007

Independence Day


So ein koreanischer Unabhängigkeitstag ist ja immer eine schöne Gelegenheit, an die Greueltaten der Japaner bis 1945 zu erinnern. Korea feiert diesen jedes Jahr am 15. August und wir feiern mit. Zwar gehen wir nicht in den Independence Park, der auf dem Gelände eines ehemaligen Gefängnisses für Freiheitskämpfer gegen die Japaner liegt, aber wir machen trotzdem das Beste aus dem freien Tag. Zuhause bleiben und gesund werden ist der Plan.

28. Juli 2007

Da geht's rund: Korea-Japan im Asian Cup

Diese Spiele haben es ja immer in sich. Wenn Korea auf Japan trifft, dann stehen nicht nur 22 Mann auf dem Platz, sondern immer auch tausende von gefallenen Vorfahren gleich mit. Von 1905 bis 1945 befand sich Korea unter japanischer Besetzung, wobei der an Ressourcen arme Süden des Landes von den Kolonialherren zur Agrarregion und der an Bodenschätzen reiche Norden zur Industrieregion gemacht wurde. Aber ich schweife ab... 1945 jedenfalls wurde der Unterdrückung der Koreaner durch die Japaner ein Ende bereitet und damit unter anderem auch der Praxis, japanischen Soldaten koreanische "Trostfrauen" (comfort women) zuzuführen. Ein sehr schmerzhaftes Kapitel der Geschichte also. Und wenn man dann im kleinen Finale des Asian Cup, also dem Spiel um den dritten Platz, es den Ex-Unterdrückern zeigen kann, ist der Jubel groß. Und sei es nur durch ein 6:5 im Elfmeterschießen.

17. Juli 2007

Asia-Pazific-Wochen in Berlin

Innovation und nachhaltiges Wirtschaften in Südostasien sind die Themen, mit denen sich die Veranstaltungen während der Asia-Pazifik-Wochen beschäftigen. Vom 10. bis zum 23. September kann man in Berlin kostenlos an vielen verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen, die von Kunst, Mode und Film über Stadtplanung, Energiepolitik, internationalem Handel bis hin zu Wissenschaft reichen. Ein sehr buntes Programm - schade, dass wir nicht in Deutschland sein werden.

12. Juli 2007

Auf den Index gesetzt


Da hat sich der Geert Hofstede in Korea aber keine Freunde gemacht. Durch das Scoring von 39 auf dem Maskulinitätsindex (MAS) fühlen sich die Herren der Schöpfung hier mal so richtig auf den Schlips getreten. Noch dazu, wo die entsprechenden Studien anno 67 - 73 durchgeführt wurden und in der guten alten Zeit damals koreanische Männer noch nicht auf die Idee gekommen wären, sich Handtaschen über den Arm zu hängen. Ergebnis des weltweiten Vergleichs befragter IBM-Mitarbeiter ist Hofstede zufolge, dass Koreaner Hierarchien akzeptieren (PDI), Individualismus nicht sonderlich schätzen (IDV) sowie Unsicherheit vermeiden (UAI). Und - im Gegensatz zu den gehassrespektierten Japanern - kulturell eben keinen großen Unterschied zwischen der Rolle von Mann und Weib machen sollen, was dann mit dem Etikett "feminin" belegt wird.

Das widerspricht der Intuition: Wer sich hier umschaut (oder z. B. Gehaltsstatistiken auswertet) ist überrascht, denn es besteht doch eine recht klare Rollenaufteilung zwischen den Geschlechtern. Auch, wenn die (Haus-)Frau hierzulande wesentlich weiterreichende Kompetenzen bezüglich der Verwaltung der Finanzen hat. Die Koreaner sind gekränkt und seit den 70ern herrscht Unruhe in koreanischen Personallehrstühlen, die Validität der Daten wird angezweifelt.

Wen's interessiert: Sonya Scholes hat diese Werte für Korea in diesem Artikel ausführlicher und ein wenig moderner interpretiert.

11. Juli 2007

ETP-Japan-Teilnehmer im Netz


Ich habe gerade das Blog von Chiara entdeckt, die am ETP Japan 25 teilnimmt. Dort sind viele Bilder und einige italienische Kommentare zu finden. Oben sieht man sie beim Kirschblütenfest, welches ja auch hier in Korea zelebriert wird.

Jorge, der momentan ebenfalls in Tokyo ist, schreibt über seine Erlebnisse auf Spanisch. Sehr neidisch bin ich auf seine sehr schönen Photos.

12. Oktober 2006

Nordkorea verschleppt Menschen

Dass Nordkorea zu den "Schurkenstaaten" gehören soll, wissen wir ja schon seit einiger Zeit. Da die Glaubwürdigkeit einer solchen Attributierung ja aber u. a. von demjenigen abhängt, der diese verliehen hat, habe ich bisher nicht allzuviel darauf gegeben. In letzter Zeit bin ich natürlich besonders sensibilisiert und höre genauer hin, wenn Berichte über die Region im Radio kommen. So war gestern auf Deutschlandradio Kultur ein Interview mit dem ehemaligen Leiter des Goethe-Instituts in Japan, Markus Tidten, zu hören, der u. a. darüber berichtete, dass es bis 1993 Entführungen von Japanern und Südkoreanern durch nordkoreanische Agenten gab. Die Entführten sollen der Propaganda dienen und nordkoreanische Spione ausbilden. Einige von diesen Entführungsopfern konnten in den vergangenen Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren, die meisten jedoch gelten immer noch als vermisst. In der Hoffnung, ihre Verwandten doch noch einmal wiederzusehen, versuchen einige Angehörige seit Jahren, durch Vorträge und Apelle die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf diese Vorgänge zu lenken und Nordkorea zur Freilassung dieser Menschen zu bewegen.